25.01.2012

Kreativitätstechniken: Brainstorming

Brainstorming. Die bekannteste Kreativtechnik, nicht immer nur mit positiven Bewertungen.

Bei Tante Google mal intensiv gestöbert und eine kleine Auswahl getroffen.

14 Fensterchen habe ich noch offen. Und, das ist klar, da hat logischerweise schon eine gewisse Bewertung stattgefunden. (Ich halte Brainstorming nicht für "die" kreative Methode. Und das wird wohl die Auswahl auch beeinflusst haben. Allerdings passiert das, unvermeidlich, in einem Brainstorming auch. Es wird eine Bewertung stattfinden auch wenn dies laut Definition nicht erlaubt ist.)

  • Lösungsvorschläge für ein Problem sammeln?

Das kann so nicht stimmen. Es geht ja zuerst um die Masse, Menge, Quantität. Ob Lösungsvorschläge überhaupt bei den Ideen enthalten sind, das zeigt sich erst später.

  • Mit Moderator?

Hm, der Moderator soll wohl moderieren. Das ist vermutlich die Aufgabe eines Moderators. Ob das nun bedeutet: den Fokus auf das Problem richten oder, nicht unvermeidbar, zu verrückte Ideen ausbremsen, darüber müssen Sie sich Ihre eigenen Gedanken machen.

Jedenfalls ist es ein Widerspruch zur Kernaussage: alle Ideen sammeln.

Ganz unten kommen dann die entsprechenden Links zu den gefundenen Artikeln. Eine Zuordnung (wer hat was gesagt) mache ich hier in dem Artikel nicht.

Ein sehr interessanter Hinweis war in einem Kommentar enthalten:

  • Es wurde die Angst geäußert, dass die eigene Idee verfälscht werden könnte.

Ja, hm, aber. Darum geht es doch? Dass neue Ideen und neue Kombinationen entstehen können. Das wird wohl in dem einen oder anderen Brainstorming auch ein großer Hinderungsgrund sein. Die eigene Idee bleibt so nicht bestehen und kann dann auch nicht mehr einer bestimmten Person zugeordnet werden.

Vielleicht ist der Teil Ideen finden / Ideen generieren nur ein Nebeneffekt. Und, möglicherweise wichtiger, der Versuch in einer Gruppe die eigenen Ideen und die Ideen der anderen Gruppenmitglieder nicht sofort zu bewerten. Das dürfte schwer genug sein, aber nützlich. Soziale Interaktion.

Das wird wohl auch ein Grund dafür sein:

  • Brainstorming in einem Netzwerk, also mit dem kleinen technischen Hilfsmittel Computer, kann mehr Ergebnisse liefern.

Das Wörtchen kann ist da nicht versehentlich rein gerutscht, das war Absicht. Brainstorming im Netzwerk ermöglicht, anders als in der Gruppe, simultane Ideenentwicklung. Gleichzeitig. Es können beliebig viele Personen gleichzeitig ihre Ideen notieren, entwickeln, verfeinern. Und, etwas abgeschieden ("geschützt"?), darüber nachdenken.

Ich halte das für sehr wichtig. Vermutlich hat der Erfolg einer Brainstorming-Sitzung auch etwas mit einer gewachsenen Firmenkultur zu tun. Wie gehen die Menschen miteinander um, ist ein Austausch von Gedanken auch sonst möglich? Wenn, außerhalb, der Sitzung alles geregelt, geplant, reglementiert ist, dann sind die zu erwartenden Ergebnisse anders.

Anders als in einer Firma wo freier Gedankenaustausch auch in der Frühstückspause oder der Mittagspause statt findet. Oder, das soll es auch geben, sogar mal kurz während der Arbeitszeit.

Noch kurz zu der Zahl "14", die momentan geöffneten Fensterchen. Natürlich gibt es sehr viel mehr Treffer zum Suchbegriff Brainstorming. Der größte Teil ist allerdings nur ein Aufzählung der Regeln in mehr oder weniger unterschiedlichen Variationen.

Der Grundton - so wie ich das verstehe - ist in den aufgeführten Artikeln:

  • Brainstorming ist nicht "die" Lösung.

Kann es ja auch nicht sein. Wenn das Ergebnis und der beste Weg zu diesem Ergebnis schon feststeht, dann wird kein Brainstorming gebraucht. Dann gibt es in vielen Fällen doch auch kein Problem. Oder bin ich hier zu sehr Querdenker?

Links:

Beginnen wir bei

Wikipedia.

Da steht ja schon alles drin. Regeln, Vorteile, Nachteile und ein bisschen Anmerkungen.

Im Auszug vom ersten Abschnitt:

» Brainstorming ist eine von Alex F. Osborn 1939 erfundene und von Charles Hutchison Clark weiterentwickelte Methode zur Ideenfindung, die die Erzeugung von neuen, ungewöhnlichen Ideen in einer Gruppe von Menschen fördern soll. «

heisst der letzte Satz "[..] ungewöhnliche Ideen in einer Gruppe von Menschen fördern soll."

Soll.

Bei der Beschreibung der ersten Phase:

»
  • Keine Kritik an anderen Beiträgen, Ideen, Lösungsvorschlägen (kreative Ansätze können sich auch aus zunächst völlig unsinnigen Vorschlägen entwickeln).
  • Keine Wertung oder Beurteilung der Ideen.
  • Jeder soll seine Gedanken frei äußern können.
  • Keine Totschlagargumente.
  • Je kühner und phantasievoller, desto besser. Dadurch wird das Lösungsfeld vergrößert.

«

nehme ich auch wieder den letzten Punkt.

"Dadurch wird das Lösungsfeld vergrößert". Ja, das kann sein. Muss aber nicht. Dass das Lösungsfeld vergrößert wird, das ist zuerst mal nur eine Annahme. Nicht mehr.

Wichtig vielleicht noch, aus dem Teil "Schwächen - Varianten - Kritik"

» Laut einem Bericht in „Bild der Wissenschaft“ 1/2005 nützt die traditionelle Brainstorming-Methode jedoch nachweislich nichts: 50 Studien zeigten ein vernichtendes Ergebnis, die Kandidaten konnten es in Gruppen nicht besser, weil sie sich gegenseitig blockierten. «
und, oben im Artikel auch schon angesprochen
» Anders verhält es sich mit elektronischem Brainstorming, das mit Hilfe elektronischer Meetingsysteme online durchgeführt wird. Diese Systeme setzen wesentliche Grundregeln des Brainstormings auf technischer Ebene durch und hebeln schädliche Einflüsse der Gruppenarbeit durch Anonymisierung und Parallelisierung der Eingaben aus.«

Der nächste Link:

grauezelle.de

Da wird über die Regeln und die Durchführung geschrieben. Eine recht vollständige Aufstellung.

Etwas widersprüchlich empfinde ich:

» Regel 3: Die Teilnehmer können und sollen ihrer Phantasie freien Lauf lassen. Diese Brainstorming-Regel gibt allen Teilnehmern die Sicherheit, dass keiner ihrer Beiträge – und sei er noch so halbfertig oder spekulativ – kritisierend zurückgewiesen wird, sondern dass jede Anregung willkommen ist. «
und dann, in den Durchführungsempfehlungen. Wofür ein Moderator gebraucht wird:
»[..] darauf zu achten, dass sich die Gruppe nicht vom Thema entfernt [..]«

Das ist sicher ein sinnvoller Gedanke. Nur eben widerspricht sich "beim Thema bleiben" und "dass jede Anregung willkommen ist".

Wasch mich, aber mach mich nicht nass.

Ein sehr kurzer und Informativer Text bei:

zeitzuleben.de

Gefällt mir. Ralf Senftleben kommt, anders als ich hier, auf den Punkt. Schön zu lesen.

Ein etwas ausführlicher Text bei:

stangl-taller.at

Bei dem Teil habe ich mich über den Vornamen Maria gewundert, die Information ist aber schlüssig winking smiley :

» Maria Pricken nennt auf seiner Webseite "No Brainstorming" elf seiner Meinung nach gute Gründe, kein Brainstorming durchzuführen. Für ihn ist diese Methode "zwar nicht tot, doch für manche riecht es bereits ein wenig verdächtig. Mit gutem Grund, denn wie fast jeder schon erlebt hat, erzeugen Brainstormings häufig keine wirklich überzeugenden Ergebnisse". Er nennt dann elf Gründe, von denen einige ergänzend hier hervorgehoben werden sollen, da sie besonders in festgefahrenen institutionellen Strukturen kaum den erhofften Erfolg bringen: «

Die Aufstellung der Gründe im Artikel, der Link oben.

Ein Teil lautet "Wenn es um wichtige oder revolutionäre Ideenansätze geht, ist dieser Versuch meist zum Scheitern verurteilt."...

So wie bei den Querdenkern jeder erkennt, dass die Querdenker gebraucht werden. Aber keiner will einen haben frowning smiley

Und jetzt wird es wirklich ernst!

orghandbuch.de

Das heisst zwar, recht neutral, orghandbuch.de...
... ist allerdings ein Text vom Bundesministerium des Innern. Müssen Sie lesen. Unbedingt. grinning smiley

Nein, ernsthaft - es ist eine sehr gute Aufstellung. Sehr klar und übersichtlich beschrieben.

Noch einige Aufstellungen der Regeln. Kurz und bündig.

soft-skills.com

innovationsmanagement.de

futurelab.de

kreativitätstechniken.info

Da, ich kann es mir nicht verkneifen, einige Anmerkungen.

  • 7 Tipps für effektiveres Brainstorming

Das ist eine gute Überschrift. Menschen lieben Tipps und Menschen lieben es, wenn etwas effektiv ist. Wenn es dann auch noch effizient ist, dann ist das ganz hervorragend. Ob durch die Regeln für das Brainstorming wirklich effektivere Lösungen rauskommen, das ist eine ganz andere Frage.

» Kompetenter Moderator

Der Moderator muss für die Einhaltung der Regeln sorgen. Er ist auβerdem für die strikte Trennung der divergenten und konvergenten Phase zuständig. Der Moderator muss insbesondere die Gruppendynamik im Auge behalten und die Teilnehmer während der Kreativsitzung anspornen und für Inspiration sorgen. «

Ein Tausendsassa von Moderator. Vielleicht besteht da die Gefahr, dass aus dem Brainstorming ein Moderatorstorming wird? Ich fühle mich bei dem Teil nicht wohl. Irgendwie. Divergente und konvergente Phase, das klingt sehr gut, sehr professionell. Strikte Trennung klingt nun weniger gut...

psychosoziale-gesundheit.net

Eine psychologische Betrachtung des Brainstormings. Sollten Sie lesen. Wirklich.

coachacademy.de

Die Überschrift des Artikels heißt: "Osborns Irrtum - was Brainstorming wirklich bringt". Es ist in dem Artikel nicht alles nur rosarot. Aber lesenswert.

business-wissen.de

Hier, auch recht aussagekräftig, lautet der Titel "Warum Sie mit Brainstorming Ihre Zeit verschwenden".

Noch Fragen?

Ja, genau, darum geht es als Schwerpunkt. Wie durch Fragen Ideen entstehen können. (Mir gefällt der Teil "Querdenker leben in der Frage" natürlich besonders gut happy smiley )

imgriff.com, Teil 1 und

imgriff.com, Teil 2

Sehr ausführlich, mit Kommentaren. Die Kommentare sind wohl nicht mehr sehr aktuell, die beiden Artikel sind von April/Juni 2010. Das Thema Brainstorming ist allerdings immer noch aktuell.

kwaehrdenker-club.de

Ich habe Sie betrogen frowning smiley

Es sind gar nicht 14 Artikel, es sind nur 13 winking smiley

Der 14te Artikel hat mit dem Thema Brainstorming nix zu tun, es geht um Querdenker, Querdenken und, vor allem, Kinder. Doch auf neue Ideen können Sie beim Lesen schon kommen. Der Artikel über die Kwährdenker (Querdenker) ist allerdings recht lang. 1262 Worte.

So, schon fertig grinning smiley

Ich hoffe Sie hatten Spaß beim Lesen.

Interne Links: Was Kreativität (für mich) nicht ist:, Kreativität lernen?, Kreativität. "Out of the Box". Regeln.

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