13.07.2011

Ich mag die Artikel von Jochen Mai / Karrierebibel

Es ist eine Quelle der Inspiration. Mal etwas zum Lachen und sehr häufig etwas zum grübeln.

Beim heutigen Artikel ("Weshalb zu lange Auszeiten doof machen")

komme ich ganz stark in's Grübeln...

Also, wir sind generell nach längeren Pausen doofer? Hm, und je weiter "nach Vorne" wir in der Ausbildung kommen, desto größer ist dieser Effekt?

Ganz spontan ist mir da beim Lesen durch den Kopf ein Gedanke:

  • kann das daran liegen dass sich der gelehrte Stoff, das zu Lernende, immer weiter vom wirklich benötigten Wissen entfernt?

Was nicht trainiert wird, das wird vergessen. Wird etwas gelehrt das im "wirklichen" Leben nicht gebraucht wird...

... dann wird das sehr schnell vergessen.

(Wirklich nur ein spontaner Gedanke)

Sollten vielleicht mehr Dinge gelehrt werden, die auch wirklich gebraucht werden?

Der Intelligenzquotient sinkt um 20 Punkte...

Hm, tragisch.

  • Frage: wie kommen die Menschen ohne diese 20 Punkte dann im täglichen Leben zurecht?

Intelligenzen gibt es ja inzwischen sehr viele. Da braucht man ein eigenes Studium um sich zurechtzufinden.

[..] Auch der Erlanger Gedächtnisforscher Siegfried Lehrl konnte vor einiger Zeit nachweisen, dass der Intelligenzquotient eines Erwachsenen nach nur drei Wochen Nichtstun um 20 Punkte sinkt – ein größerer Verlust als der Abstand zwischen dem durchschnittlichen Studenten-IQ und dem Durchschnitts-IQ der Bevölkerung. [..]

Jede Schlussfolgerung kann falsch sein. Und Umkehrschlüsse sind oft trügerisch. Kann schon sein. Mal ganz davon abgesehen dass wir nichts über die untersuchten Gruppen wissen:

  • Welche Art "Nichtstun" wurde hier untersucht?

Wer im Arbeitsleben (oder eben als Student) in erster Linie Fakten lernt wird dies, das Fakten lernen, im Urlaub wohl nicht tun. Da aber nicht alle im Urlaub 3 Wochen nur auf dem Liegestuhl dösen bleibt für mich eine wichtige Frage offen:

  • Was ist mit "sozialen Kompetenzen"?

Die Grillparty, die gemeinsame Wanderung. Smalltalk. Und - Ideenaustausch. Über die gemachten Erfahrungen. Wer eine Wanderung am Strand macht, der macht auch Erfahrungen.

Noch ein kleiner Auszug vom Ende des Artikels

[..] Die Faustregel dazu: So lange es gedauert hat, die Hektik des Alltags abzustreifen, so lange dauert es auch, um intellektuell wieder auf Touren zu kommen. [..]

Den Teil übersetze ich für mich so:

  • So lange es gedauert hat, die Hektik des Alltags abzustreifen, so lange dauert es auch, um sich in der Hektik wieder zurecht zu finden.

Um sich in der Hektik zurechtzufinden brauchen wir Muster. Da ja Hektik angesagt ist bleibt wenig Zeit zum Nachdenken. Es muss - schnell - auf bewährtes zurückgegriffen werden können.

Etwas unwohl ist mir bei einer möglichen Schlussfolgerung:

Im Arbeitsalltag bleibt keine Zeit zum Denken.

Da werden lediglich schnelle Entscheidungen getroffen.

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Mit dem "Zeit-sparen" sind wir recht oft sehr gestresst...