Heute redet 'man' über Kreativitätstechniken. Immer wieder etwas neues, das 'Nonplusultra' wechselt immer schneller.
Bald 20 Jahre ist es her, da waren die Chaostheorie und Fraktale 'in'.
Im Focus Magazin ist der Artikel zur Kreativitätsforschung vom 22.03.1993 noch Online.
Das 1993 ist kein Tippfehler
Ein lesenswerter Artikel, der Schwerpunkt liegt eindeutig bei eben den Fraktalen und der Chaostheorie.
Einige kleine Auszüge:
» Stürzt die Welt ins Chaos? Kann die Menschheit ihre selbst erzeugten Probleme noch lösen? Für Gottlieb Guntern, den eigensinnigen Psychiater aus der Schweiz, gibt es darauf nur eine Antwort: Der Mensch muß seine kreativen Fähigkeiten mobilisieren – sozusagen das Schöpferische in sich am Schopf packen. «
Klingt wie ein B*ildzeitungsartikel von Vorgestern. Oder Morgen. Viel geändert hat sich daran nicht.
» „Wir leben“, erklärte Guntern, „in einem ,age of discontinuity´, einem Zeitalter der Umbrüche. Darum müssen wir Wege aus der Unordnung finden, sei es durch Intuition, Imagination oder Vision.“ «
Auch der Teil ist nicht von 2012 sondern von 1993...
» Welterklärungsmodelle aller Art haben heute eine zweifelhafte Konjunktur. Der Grund: Die herkömmlichen Naturwissenschaften scheinen an eine Grenze gestoßen zu sein. Vieles von dem, was in der Natur geschieht, haben akademische Naturwissenschaftler lange außer acht gelassen.
Was nicht gleich auf den ersten Blick „logisch“ zu erklären war, wurde beiseite geschoben. Der Glaube an das physikalische Weltbild Newtons wurde erstmals durch Einsteins Relativitätstheorie, durch Heisenbergs und Bohrs Entdeckung der Quanten- mechanik erschüttert – und schließlich vor gut fünfzehn Jahren durch die Chaos-Theorie. «
'Was nicht gleich auf den ersten Blick „logisch“ zu erklären war, wurde beiseite geschoben.'
Auch das klingt nicht nach 1993. Der Teil ist nach wie vor sehr aktuell.
Die Aussage passt gut zu den Aussagen von Edward de Bono, dass Kreativität eben nicht logisches Denken ist. Beides ist nützlich, beides wird gebraucht.
Kreativitätstechniken sollen allerdings eher dabei helfen, die Dinge nicht sofort logisch zu betrachten.
Wenn die Idee mal gereift ist, dann hat auch die Logik wieder ihren Platz.
Es ist ein sehr langer Artikel. Lesenswert, das sagte ich weiter oben schon. Nochmal der Link.
Faszinierend finde ich den Gedanken:
- Wir können viel mehr Dinge berechnen als vermutet. Es gibt häufig wiederkehrende Muster. Und
- Gleichzeitig lässt sich eben nicht alles berechnen.
Auch wenn manche das immer wieder versuchen.
Doch das ist ja nix neues
Fotos Flickr: Anders Sandberg