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Dampfen zu 95% weniger schädlich als Tabakzigarette?

Die Ezi­ga­ret­te ist deutlich weniger schädlich als die Ta­b­ak­zi­ga­ret­te? So meint Public Health England und nun herrscht natürlich Friede, Freude, Ei­er­ku­chen.

Es gibt dabei nur einige Dinge die mich ein bisschen stören.

Da ist zuerst mal der Satz “E-ci­ga­ret­tes are 95% less harmful to your health than normal ci­ga­ret­tes. When supported by a smoking cessation service, they help most smokers to quit tobacco al­to­ge­ther.”

Die Dampf­er­ge­mein­de nimmt die Botschaft mit Wohl­wol­len auf. 95 Prozent weniger schädlich! Geil. Die Frage ist nur: wie kommen die auf “95 Prozent”? Selt­sa­mer­wei­se wird bei jeder Zah­len­spie­le­rei die nicht ins eigene Weltbild passt rum­ge­mä­kelt. Wenn irgendwo weitere Studien gefordert werden, dann ist die Sachlage schnell klar: Jeder ist sich selbst schliess­lich der beste Beweis für eine Un­be­denk­lich­keit. Meine 300 Hö­hen­me­ter mit dem Rad fallen auch we­sent­lich leichter seit ich dampfe. Und ich kann mehr Gerüche und Ge­schmä­cker wahr­neh­men. Als Aus­tau­schleis­tung huste ich eben weniger. Dann passt das schon.

Bei der Studie fehlen al­ler­dings sehr wohl “weitere lang­fris­ti­ge Studien”. Um die 95 Prozent weniger Schäd­lich­keit zu beweisen? Etwa so: die Studie mit den tollen Zahlen ist zwar positiv, aber an­greif­bar. Was, da wette ich drauf, auch passieren wird.

Und die Ezi­ga­ret­te kann sogar dazu führen, dass das Rauchen ganz auf­ge­ge­ben wird. So sagt es ja die Public Health Studie und dann wird das ja auch stimmen? Viel­leicht spielt da ein bisschen mit, dass wir uns “Studien”, die zur eigenen Meinung passen, recht gerne anschauen. Wenn eine Studie, viel­leicht sogar von der selben In­sti­tu­ti­on, der eigenen Meinung wi­der­spricht… …dann sieht das “natürlich” ein bisschen anders aus? Ob das nun die eigene Glaub­wür­dig­keit stärkt sei da­hin­ge­stellt.

Public Health ist in etwa ver­gleich­bar mit “Ge­sund­heits­vor­sor­ge”. Also die öf­fent­li­che Ge­sund­heit. Die, wer hätte das gedacht, von Ir­gend­Je­mand durch­ge­führt wird. Sozusagen als Ver­brau­cher­schutz. Viel­leicht deswegen, weil der einzelne Ver­brau­cher das selbst nicht kann. Das ist der Teil mit “when supportet by a smoking cessation service”: Menschen die einem beim “Rauchen aufhören” be­hilf­lich sind. Ver­mut­lich auch hier deshalb, weil der Einzelne das, eben ohne Hilfe, nicht hinkriegt?

Je­den­falls sind das Dinge die mich ein bisschen nach­denk­lich stimmen. In der Studie wird übrigens auch noch erwähnt, dass in den letzten Jahren die Anzahl der Menschen welche die Ezi­ga­ret­te für gleich schädlich – oder gar schäd­li­cher – als die Ta­b­ak­zi­ga­ret­te halten an­ge­stie­gen ist. Wie wenig fundiert und überholt auch die Aussagen einiger Personen / Medien gewesen sein mögen, wirken tut es allemal. Und daran, dass wenig fundierte Aussagen oder Angaben, die bereits durch andere Studien widerlegt sind, zur “Mei­nungs­bil­dung” benutzt werden, daran wird sich auch nicht viel ändern. Höchst­wahr­schein­lich


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